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Spionage in der Industrie nimmt zu

06.06.2017

Quelle: Offenbach-Post vom 01.06.2017

FRANKFURT/HAMBURG In Deutschland gibt es mehr Fälle von Industriespionage. So die Einschätzung von Raoul Classen, Präsident des Bundesverbands Deutscher Detektive (BDD). „Der Diebstahl von Know-how zwischen Betrieben ist verbreitet“, sagt der in Hamburg arbeitende Spezialist. Methoden seien etwa das Einschleusen von Praktikanten in die Konkurrenzfirma, das Herantreten an Messestände, Befragungen am Telefon oder das Abfahren von Altpapier. Unternehmen versuchten so, mit geringem Aufwand Wettbewerbsvorteile zu erschleichen. „Das ist wie beim Abschreiben einer Klassenarbeit“, sagt Classen. Wirtschaftsspionage, die von Geheimdiensten betrieben wird, komme hingegen weniger auf seinen Schreibtisch.

Diese Entwicklung kann Ermittler Patrick Kurtz, der unter anderem in der Mainmetropole eine Detektei betreibt, bestätigen. „Wir haben eine steigende Tendenz bei Spionagefällen. Auch in Frankfurt“. Ob dies ein bundesweiter Trend sei, könne er nicht abschätzen.

Solche Fälle landen oft nicht bei der Polizei, sagt Classen, da Detektive im Gegensatz zu den Beamten nicht dem Strafverfolgungszwang unterworfen sind. „Häufig ist es im Interesse der Betriebe, den Vorfall ohne Anzeige diskret zu lösen“, erläutert der Experte. Allerdings sei es schwierig, gesetzeskonform an Indizien zu kommen – trotz der besseren technischen Ausstattung. Denn: Detektive haben zunehmend mit Datenschutzbestimmungen zu kämpfen. „Natürlich sind diese wichtig. Aber wenn sie unsere Arbeit erschweren, ist das nicht im Sinne der Demokratie“, kritisiert Classen. Bundesweit gibt es etwa 1300 Detekteien. Wie diese arbeiten und was ihr Alltag mit Vorbildern wie etwa Sherlock Holmes gemein hat, erklärt Patrick Kurtz im Interview.

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