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Innenminister Schäuble sieht positive Tendenz

15.06.2009

Bundesinnenminister Dr. Schäuble führte aus:

"Erfreulicherweise hat sich die positive Entwicklung der Polizeilichen Kriminalstatistik der Vorjahre auch im Berichtsjahr 2008 fortgesetzt. So ist die Zahl der erfassten Straftaten weiter zurückgegangen. Auch die Aufklärungsquote lag nur geringfügig unter dem hervorragenden Ergebnis des vergangenen Jahres. Mein besonderer Dank gilt an dieser Stelle den Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten der Länder und des Bundes, ohne deren engagierten und couragierten Einsatz diese Erfolge nicht möglich gewesen wären. Sie haben durch ihre Arbeit dazu beigetragen, dass die Bundesrepublik Deutschland nach wie vor eines der sichersten Länder der Welt ist."

In Deutschland ist im vergangenen Jahr die polizeilich registrierte Kriminalität mit 2,7 % erneut zurückgegangen. Nach den nun vorliegenden bundesweiten Zahlen für den Berichtszeitraum 2008 wurden insgesamt 6.114.128 Straftaten registriert. Das sind 170.533 Fälle weniger als im Vorjahr (6.284.661). Gleichzeitig liegt die Aufklärungsquote mit fast 55 % erneut auf sehr hohem Niveau. Allerdings konnten hier die hervorragenden Zahlen der Vorjahre nicht ganz erreicht werden.

Der positive rückläufige Trend der vergangenen Jahre bei der Anzahl der Tatverdächtigen konnte - nach leichtem Anstieg im vergangenen Jahr - weiter fortgesetzt werden. Im Vergleich zum Jahre 2007 ging die Anzahl der Tatverdächtigen um 1,7% zurück und liegt mit 2.255.693 auf dem niedrigsten Stand seit 1996 mit 2.213.293 Tatverdächtigen (2007: 2.294.883). Dabei ging die Anzahl der deutschen Tatverdächtigen um 1,1% auf 1.784.626 und die der nichtdeutschen Tatverdächtigen um 3,9% auf 471.067 zurück.

Diese positive Entwicklung ist insbesondere zurückzuführen auf die Maßnahmen im Rahmen der EU-Osterweiterung mit ihren Auswirkungen auf die legalen Einreisemöglichkeiten der Staatsangehörigen der neuen Mitgliedstaaten und vor allem durch die verstärkten Integrationsbemühungen des Bundes und der Länder.

Erfreulich ist, dass die Zahl der tatverdächtigen Kinder mit 101.389 Tatverdächtigen nach dem Anstieg im Vorjahr im aktuellen Berichtsjahr wieder leicht rückläufig war.

Besonders signifikant war der erneute Rückgang bei den jugendlichen Tatverdächtigen um 4,2% auf 265.771 Tatverdächtige. Dieser starke Rückgang ist insbesondere auf Rückgänge bei Körperverletzungen und Diebstahldelikten zurückzuführen. Ebenso hat der im Vorjahr beobachtete Anstieg der Gewaltkriminalität weiblicher Jugendlicher sich nicht fortgesetzt.

Bundesinnenminister Dr. Schäuble:

"Der in den vergangenen Jahren zu beobachtende Anstieg im Bereich der Gewaltkriminalität Jugendlicher hat sich im Berichtsjahr nicht fortgesetzt. Vielmehr sind hier deutliche Rückgänge zu verzeichnen, über die ich mich sehr freue. Gleichwohl bereitet mir die in Teilen der Gesellschaft vorhandene Gewaltbereitschaft - insbesondere bei Kindern und Jugendlichen - große Sorge. Um bei der Bekämpfung der Kinder- und Jugendkriminalität dauerhaft erfolgreich zu sein, hat die Ständige Konferenz der Innenminister und –senatoren der Länder (IMK) daher im vergangenen Jahr eine Reihe von Empfehlungen zur Bekämpfung und Prävention von Gewaltkriminalität vorrangig junger Menschen ausgesprochen. Basierend auf einem Bericht einer gemeinsamen Arbeitsgruppe zur 'Umsetzung der Handlungsempfehlungen aus dem Abschlussbericht der AG Entwicklung der Gewaltkriminalität junger Menschen mit einem Schwerpunkt auf städtischen Ballungsräumen (Stand: 08.09.08)' empfiehlt sie unter anderem eine Stärkung der Medienkompetenz von Kindern und Jugendlichen, eine Evaluierung von Präventionsmaßnahmen sowie eine Überprüfung der Aus- und Fortbildungskonzeptionen zur Früherkennung von kriminalitäts- und kindeswohlriskanten Entwicklungen bei Kindern und Jugendlichen. Die in dem Bericht vorgeschlagenen Maßnahmen gilt es so schnell wie möglich umzusetzen."

Der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Senator Ulrich Mäurer, wies darauf hin, dass es gerade im Bereich der Jugendkriminalität auf eine "zeitnahe und angemessene Strafverfolgung" ankomme. Notwendig sei auch eine enge Zusammenarbeit zwischen Polizei, Staatsanwaltschaft, Jugendgerichte, Schulen und Jugendhilfeeinrichtungen. Nach Ansicht von Mäurer gehört zur Prävention auch eine verbesserte Integration der jungen Menschen mit Migrationshintergrund. Dazu gehören gute Bildung und Ausbildung, sportliche Angebote, aber auch wohnungspolitische Maßnahmen, die zum Beispiel eine Ghettobildung verhindern.

Zu einzelnen Deliktsbereichen:

Senator Mäurer wies darauf hin, dass die Diebstahlsdelikte mit fast 40 Prozent aller Straftaten weiterhin den größten Anteil darstellen. Ihre Gesamtzahl ist seit längerer Zeit deutlich rückläufig. Bei schwerem Diebstahl wurde seit 1993 ein Rückgang von 54,2 % (1993: 2.545592 Fälle, 2008: 1.165.985 Fälle), bei einfachem Diebstahl von 20,4 % (1993: 1.605.495, Fälle, 2007: 1.277.295 Fälle) festgestellt. 2007 ist der Rückgang bei den Diebstahlsdelikten mit einem Minus von 4,6 % deutlich stärker als im Vorjahr (-1,5 %). "Infolge verbesserter technischer Sicherheitsvorkehrungen sowie erfolgreicher polizeilicher Präventionsmaßnahmen ist der Diebstahl von Kraftfahrzeugen erneut überdurchschnittlich gesunken (-5,7%)", erläuterte Senator Mäurer.

Der seit Jahren registrierte Anstieg der Betrugsfälle ist seit dem Vorjahr nicht mehr festzustellen. Diese positive Tendenz setzte sich auch im vergangenen Jahr fort. Hier konnte ein Rückgang um
2,7 % auf 887.906 Fälle registriert werden.

Auch der Betrug mittels rechtswidrig erlangter Debitkarten ist im Berichtsjahr 2008 erneut deutlich um 24,6 % auf 21.820 registrierte Fälle zurückgegangen. Ursächlich für diese Abnahme könnten - analog zu den Vorjahren - die vermehrte Kontrolltätigkeit des Handels und die Einrichtung einer zentralen Sperrdatei für das elektronische Lastschriftverfahren beim EuroHandelsinstitut sowie die Umstellung auf das sicherere PIN-Verfahren sein.
Mit einem Minus von 14,4 % ist auch der Betrug mittels rechtswidrig erlangter Kreditkarten nochmals deutlich auf nunmehr 7.940 Fälle zurückgegangen.

Beim Waren- und Warenkreditbetrug konnte der positive Trend des vergangenen Berichtsjahres allerdings nicht fortgesetzt werden. Hier war eine Steigerung um 3,3 % festzustellen. Besonders hoch ist der Anstieg beim Betrug mittels rechtswidrig erlangter Daten von Zahlungskarten. Hier wurden im Jahre 2008 10.124 Fälle registriert. Dies entspricht einem Anstieg im Vergleich zum Jahre 2007 um 105 %. Dieser starke Anstieg dürfte auch auf Serientaten mit Gebrauch so genannter "Dublettenkarten" durch mehrere Tätergruppen an Geldausgabeautomaten zurückzuführen sein. Zur Erlangung von Zahlungskartendaten werden hierbei die Daten und PIN von Zahlungskarten mittels technischer Hilfsmittel beim Abhebevorgang an Geldausgabeautomaten ausgespäht (Skimming).

Positiv sind auch die Rückgänge im Bereich der Rauschgiftdelikte. Diese sind im Vergleich zum Vorjahr um 3,4 % auf 239.951 Fälle zurückgegangen.

Die Straßenkriminalität stellt mit 1.490.158 Fällen fast ein Viertel der registrierten Gesamtkriminalität dar. Sie ist mit einem Minus von 5 % zwar leicht zurückgegangen, bewegt sich aber immer noch auf einem hohen Niveau. Leicht abgenommen hat die Sachbeschädigung an Kraftfahrzeugen (-1,3 % auf 283.547 Fälle) sowie der Taschendiebstahl ( 0,6 Prozent auf 91.609 Fälle). Ein deutlicher Rückgang ist beim Diebstahl aus Kraftfahrzeugen ( 17,1 Prozent auf 290.323 Fälle) zu registrieren.

Die vollständigen Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik 2008 (PKS) finden Sie hier!

Quelle: Bundesministerium des Inneren
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